Pferdeversicherung

Arten und Tipps zur richtigen Pferdeversicherung

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Dieses Glück soll im Schadensfall nicht zum Unglück werden. Eine geeignete Pferdeversicherung schützt vor großen Ausgaben im Ernstfall. Aber nicht jede Versicherung ist für jedes Pferd und jeden Reiter geeignet. Was es mit Pferdehaftpflicht, Pferde OP Versicherung oder der Krankenversicherung für das Pferd auf sich hat, haben wir für dich übersichtlich zusammengetragen.

Die Pferdehaftpflichtversicherung

Pferde sind große und starke Tiere. Wenn sie durchgehen und vor Angst flüchten, können schnell Gegenstände zerstört oder sogar Menschen verletzt werden. In so einem Fall muss der Besitzer für den Schaden aufkommen.

Schäden, die das Tier selber verursacht, sind durch eine Haftpflichtversicherung für das Pferd gedeckt. Das bedeutet, dass du jährlich einen kleinen Betrag zahlst und die Pferdehaftpflicht bei einem Unfall deinen Schaden begleicht

Brauchst du eine Pferdehaftpflichtversicherung?

Obwohl die "Pflicht" im Namen steckt, ist die Haftpflichtversicherung für das Pferd nicht verpflichtend. Sie ist sowohl in Deutschland, als auch in Österreich und der Schweiz freiwillig.

Trotzdem gilt die Pferdehaftpflicht nicht umsonst als die wichtigste Versicherung für ein Pferd. Schäden können selbst bei den gutmütigsten Pferden schnell passieren und werden dann auch teuer. Wenn du dich nur für eine Pferdeversicherung entscheidest, sollte es die Haftpflicht sein.

Welche Pferdehaftpflicht sollst du wählen?

Wichtig ist bei jeder Pferdeversicherung, dass du dich vorher über die Konditionen informierst. Ob eine Haftpflichtversicherung die vom Pferd verursachten Schäden begleicht, hängt stark vom Tarif ab.

In der Regel decken billigere Anbieter weniger Schadensfälle als jene, die mehr kosten. Bedenke, dass verschiedene Pferde verschiedene Ansprüche haben. Ein Sprungpferd ist einem größeren Unfallrisiko ausgesetzt als ein Pony, auf dem Kinder reiten lernen.

Oft gibt es unterschiedliche Tarife, die von Alter oder Einsatzgebiet des Pferdes abhängen. Die eine oder andere Pferdehaftpflichtversicherung setzt das Mindestalter so hoch an, dass für sehr junge Tiere eine eigene Fohlenhaftpflicht notwendig wird.

Welche Schäden deckt eine Pferdehaftpflichtversicherung ab?

Die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest, sind Schäden an Personen, Gegenständen, Vermögen und an Mietgegenständen (also z.B. eine gemietete Box). Auch die Hilfe bei Gerichtsfällen sollte Standard sein. Dann unterstützt dich die Pferdehaftpflichtversicherung, sollte dich jemand unrechtmäßig klagen.

Falls du mit deinem Pferd zu internationalen Turnieren reist, musst du darauf achten, dass deine Pferdeversicherung auch im Ausland gültig ist. Wenn mehrere Menschen ein Pferd bereiten, sollten auch diese mitversichert sein. 

Es gilt: Je mehr Schadensfälle die Pferdehaftpflicht berücksichtigt, umso teurer wird sie. Welche Versicherung du für ein Pferd abschließt, hängt am Ende von deinem Budget und deinen Anforderungen ab.

Was passiert bei einer Reitbeteiligung?

Viele Pferdebesitzer teilen sich ihr Pferd mit einem oder mehreren Mitreitern. Eine gute Pferdehaftpflichtversicherung deckt auch Schäden, die ohne den eingetragenen Besitzer passieren.

Zu Sonderfällen kann es kommen, wenn ein Mitreiter selber bei einem Unfall zu Schaden kommt. Auch hier gilt, die Angebote der verschiedenen Pferdehaftpflicht Anbieter gründlich zu vergleichen.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung für das Pferd nicht?

Wichtig ist, dass du als Besitzer oder Mitreiter immer gut auf das Pferd achtest. Wenn dein Fehler einen Unfall auslöst, haftest du alleine für die Schäden. Solltest du also dein Tier vernachlässigen, ohne Aufsicht herumlaufen lassen oder auf die offene Stalltür vergessen haben, dann fühlt sich die Pferdehaftpflicht nicht zuständig. Achte daher immer auf einen aufmerksamen und sicheren Umgang mit deinem Pferd.

Die Pferdehaftpflicht zahlt auch nicht, wenn der Schaden über der Deckungssumme liegt. Diese ist im Vertrag geregelt. Jeder Schadenersatz, der über dieser Summe liegt, muss der Pferdehalter selber zahlen. Zu empfehlen ist eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro oder höher. 

OP Versicherung Pferd

Die Pferdekrankenversicherung

Koliken, Biss- und Trittverletzungen, Entzündungen der Hufe: all diese gesundheitlichen Probleme kennt jeder Pferdebesitzer. Aufgrund ihrer Größe gestalten sich die Tierarztrechnungen für Pferde teurer als für Katzen oder Hunde.

Eine Krankenversicherung für das Pferd funktioniert genauso wie eine für Menschen: Du bezahlst regelmäßig (monatlich oder jährlich) Versicherungsgebühren, dafür hilft dir die Versicherung aus, sollte dein Pferd krank werden. Ein Großteil der Tierarztkosten wird von der Pferdekrankenversicherung übernommen.

Dabei ist es egal, ob dein Pferd nur einmal einen Tierarzt braucht, oder ob es chronisch krank ist. Gerade eine Kolik kommt oft unerwartet und ist mit hohen Kosten verbunden. Eine Krankenversicherung hilft dir, diesen Betrag zu decken.

In welchen Fällen hilft die Krankenversicherung dem Pferd?

Wie bei jeder Pferdeversicherung gibt es auch bei den Krankenversicherungen verschiedene Pakete. Nicht jeder Tarif inkludiert dieselben Leistungen. Oft sind Wurmkuren oder Impfungen nicht in der Pferdekrankenversicherung enthalten. Diese musst du selber zahlen. Auch stationäre Aufenthalte werden nicht von jedem Anbieter getragen.

Informiere dich gründlich, bevor du dich für eine bestimmte Krankenversicherung für ein Pferd entscheidest. Du musst auch bedenken, dass nach dem Abschluss der Versicherung ein wenig Zeit vergeht, bis du die Leistungen beziehen darfst. Das ist ein Schutz für den Anbieter, damit die Versicherung nicht erst im Krankheitsfall abgeschlossen wird. Bei einem Unfall innerhalb dieser Wartezeit helfen die meisten Versicherungen aber trotzdem.

Worauf du beim Abschluss einer Pferdekrankenversicherung achten solltest

Du kannst nie wissen, von welcher Krankheit oder Unfall dein Pferd überraschend betroffen ist. Daher solltest du darauf achten, dass die Deckungssumme für die Krankenversicherung beim Pferd möglichst hoch oder besser noch unbegrenzt ist.

Überprüfe, ob sowohl ambulante als auch stationäre Aufenthalte inkludiert sind, und ob Narkosen erstattet werden. Sowohl Vor- als auch Nachuntersuchungen sowie alle nötigen Medikamente sollten von deiner Pferdekrankenversicherung übernommen werden. Ein wichtiger Punkt ist, dass du dich selber für den Arzt oder die Klinik deiner Wahl entscheiden darfst. 

Die Pferde OP Versicherung

Eine Operation bei einem so großen und schweren Tier ist meist mit hohen Kosten verbunden. Die OP Versicherung für das Pferd deckt nur Operationskosten ab. Damit ist sie eine spezielle Pferdekrankenversicherung, mit einem günstigeren Tarif.

Dafür werden die Operationskosten zu 100% übernommen. Auch Nachbehandlungen oder Voruntersuchungen wie Röntgen sind bei dieser Pferdeversicherung inkludiert. 

Welche Operationen bei Pferden vorkommen

Der häufigste Eingriff am Pferd ist die Kolik Operation. Diese sollte in der Regel rasch geschehen und ist sehr teuer. Umso besser, wenn die Pferde OP Versicherung all die anfallenden Kosten übernimmt. Bedenke, dass ein Pferd beim Arzt nicht so kooperativ ist wie ein Mensch.

Selbst eine Behandlung der Zähne oder von Knochenbrüchen muss unter Narkose erfolgen. Dazu kommen noch Operationen zur Entfernung von Tumoren, zur Geburtshilfe oder zur Behandlung von akuten Erkrankungen und Verletzungen.

Achte darauf, dass eine Pferde OP Versicherung keine Kastrationen oder Schönheitsoperationen übernimmt. Darunter versteht man unter anderem die Behebung von Fehlstellungen im Zahn- oder Beinbereich. 

Worauf du bei einer OP Versicherung für ein Pferd achten solltest

Wie bei jeder Pferdeversicherung lohnen sich auch hier Vergleiche. Die Pferde OP Versicherung sollte Operationen nach Krankheit und nach Unfall abdecken. Sowohl die Deckungssumme als auch die Anzahl der Operationen im Jahr sollten möglichst hoch oder noch besser unbegrenzt angesetzt sein.

Achte auf die Deckung der Narkose und der nötigen Nachbehandlungen. Wie bei der Pferdekrankenversicherung ist auch bei der OP Versicherung für das Pferd die freie Arztwahl wichtig.

Pferdehaftpflicht

Weitere Pferdeversicherungen

Neben der Pferdehaftpflichtversicherung, der OP Versicherung für das Pferd und der Pferdekrankenversicherung gibt es auf dem Markt noch die eine oder andere Pferdeversicherung, mit der man vielleicht nicht sofort rechnet. Der Vollständigkeit halber möchten wir dir diese ebenso näherbringen.

Die Pferdelebensversicherung

Diese Versicherung hat beim Pferd dieselbe Bedeutung wie beim Menschen: Du zahlst einen monatlichen Beitrag und wirst beim Tod des Tieres einmalig entschädigt. Dabei ist es egal, ob ein Pferd durch Unfall, Krankheit, Diebstahl oder Brand umkommt. Diese Pferdeversicherung ist vor allem für wertvolle Pferde interessant.

Dazu gehören insbesondere Turnierpferde und Zuchttiere. Manche Pferdelebensversicherungen zahlen nämlich sogar, falls ein Pferd nach Unfall oder Krankheit zwar noch am Leben ist, aber nicht mehr zur Zucht oder zum Sport taugt.

Die Pferdediebstahlversicherung

Schwer vorstellbar, aber selbst Pferde können gestohlen werden. Wird dein Pferd von der Weide entwendet, ersetzt dir die Pferdediebstahlversicherung den Wertverlust. Sie geht meistens Hand in Hand mit der Pferdelebensversicherung und hilft daher auch, wenn dein Pferd während des Diebstahls zu Schaden kommt oder stirbt.

Die Pferdetransportversicherung

Dies ist eine wichtige Versicherung für ein Pferd, das regelmäßig transportiert wird. Meistens sind davon Sport- und Turnierpferde betroffen. Neben dieser regelmäßigen Pferdetransportversicherung kann auch eine einmalige Leistung für nur einen Transport gezahlt werden.

Diese Pferdeversicherung ist sehr speziell, denn sie deckt nur den Tod des Tieres während des Transports. Bei Verletzungen, die Operationen nach sich ziehen, ist die Pferde OP Versicherung oder die Krankenversicherung für das Pferd zuständig.

Die Reiterunfallversicherung

Diese Versicherung schützt vor allem dich. Einige Unfallversicherungen decken auch Reiterunfälle ab. Manchmal ist es aber günstiger, eine Versicherung speziell für dieses Szenario abzuschließen. Vor allem wenn du öfter lange Ausritte planst, solltest du über den Abschluss einer Reiterunfallversicherung nachdenken.

Diese hilft nämlich auch beim Transport aus dem Gelände in das Krankenhaus. Bleibende Verletzungen sind mit dieser Versicherung genauso gedeckt wie Akutbehandlungen.

Fazit

Die richtige Versicherung für ein Pferd zu finden ist nicht einfach, da je nach Alter, Einsatzgebiet oder Vorgeschichte andere Bedingungen wichtig sind. Auch das vorhandene Budget spielt eine entscheidende Rolle. Das letzte Wort hat immer der Tierbesitzer.

Informiere dich im Vorfeld genau über die Bedingungen der verschiedenen Anbieter. Vergleiche gründlich und entscheide, welche Pferdeversicherung für dich geeignet ist. Für mögliche Stolpersteine und wichtige Details solltest du jetzt gut gewappnet sein. Damit steht dem Glück der Erde auch in Zukunft nichts mehr im Weg.

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