Welpenerziehung

Welpenerziehung – der Beginn einer traumhaften Freundschaft

Du hast dir einen deiner grĂ¶ĂŸten WĂŒnsche erfĂŒllt und dich entschieden, einen Welpen in dein Leben zu holen. Dazu gratulieren wir herzlich und wĂŒnschen dir und deinem neuen Mitbewohner eine tolle gemeinsame Zeit!

Ab jetzt dreht sich so ziemlich alles um den kleinen Vierbeiner, und er wird dein Leben ganz schön auf Trab halten. Vermutlich tauchen jetzt viele Fragen und Überlegungen zum Thema "Welpenerziehung" auf. Mit diesem Artikel möchten wir dir einige Tipps geben und die wichtigsten Fragen beantworten.

Die Welpenzeit - so schnell vorbei!

Es wird immer wieder darĂŒber gerĂ€tselt, wie lange ein Welpe eigentlich ein Welpe ist und wann er zum Junghund wird. Da wir hier konkret ĂŒber Welpenerziehung sprechen, ist diese Frage durchaus berechtigt. Aber die Antwort ist leider nicht ganz einfach.

Es gibt keinen "Tag X", an dem dein kleiner Vierbeiner plötzlich kein Welpe mehr ist. Der Übergang ist fließend und bei jedem Hund anders. GrundsĂ€tzlich dauert die Welpenzeit ungefĂ€hr bis zur 16. oder 18. Lebenswoche. Das heißt, dass dein Hund bereits mit viereinhalb Monaten kein Welpe mehr ist.

Du siehst, die Welpenzeit ist sehr schnell vorbei. Wenn dein kleiner Hund im Alter von zehn oder zwölf Wochen bei dir einzieht, kannst du noch etwa sechs Wochen lang von "deinem Welpen" sprechen.

Welpenerziehung oder Junghund-Erziehung?

Viele Hundeschulen berichten davon, dass sie Anfragen fĂŒr Welpentreffs und Welpenerziehung erhalten. Im GesprĂ€ch wird den Hundehaltern dann recht hĂ€ufig gesagt, dass ihr Welpe eigentlich gar keiner mehr ist.

Manche Hundetrainer unterscheiden genau und teilen ihre vierbeinigen SchĂŒler als Welpen, Junghunde oder erwachsene Hunde in entsprechende Gruppen ein. Wir nehmen es in diesem Artikel nicht ganz so genau. Denn einige unserer Tipps zum Thema Welpenerziehung eignen sich auch fĂŒr junge und erwachsene Hunde.

Welpenerziehung: Wann fÀngst du an?

Welpen sind niedlich, tollpatschig, neugierig und mit ihren kleinen Kulleraugen einfach nur herzerwĂ€rmend. Wer mag von diesen kleinen Wesen von Anfang an Disziplin erwarten? "Er kann anfangen zu lernen, wenn er grĂ¶ĂŸer ist!" Diese Aussage ist von frisch gebackenen Welpenbesitzern gelegentlich zu hören.

Wir möchten dir dennoch empfehlen, mit der Welpenerziehung so frĂŒh wie möglich zu beginnen: an dem Tag, an dem der kleine Vierbeiner bei dir einzieht. Ruhe und Geduld bilden die SchlĂŒssel zum schnellen Einleben deines Welpen. Gib ihm Zeit, Liebe und in den ersten Tagen viel, viel Aufmerksamkeit.

Richte seinen Schlafplatz dort ein, wo du dich am hĂ€ufigsten aufhĂ€ltst. So fĂŒhlt er sich seinem neuen "Rudel" bald zugehörig.

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PrÀgephase und Welpenerziehung

In der PrĂ€gephase werden viele wichtige Grundlagen fĂŒr das spĂ€tere Verhalten deines Hundes gelegt. Die PrĂ€gephase gehört zu den Entwicklungsphasen des Welpen und liegt etwa zwischen der vierten und der achten Lebenswoche.

Was in dieser Zeit im Welpen-Gehirn abgespeichert ist, bleibt erhalten. Sein ganzes Leben lang. Und das wirkt sich natĂŒrlich auch auf die Welpenerziehung aus.

Es ist wichtig, dass der Welpe wĂ€hrend der PrĂ€gephase viele unterschiedliche Außenreize, Tiere und Menschen kennen lernt. So kann er spĂ€ter gefestigt und angstfrei durchs Leben gehen. Dein Welpe sollte in dieser Zeit viel ausprobieren können.

Wenn du einen Welpen vom ZĂŒchter kaufen möchtest, informiere dich ausfĂŒhrlich: Wie wurden die Welpen aufgezogen? Welche Reize durften sie kennen lernen? Wo hĂ€lt sich der Wurf auf? Schau, ob die kleinen Vierbeiner bei deinem Besuch neugierig und angstfrei auf dich reagieren.

Stubenrein

Sozialisierung: Die Welpenerziehung startet!

Hast du die Möglichkeit, Welpen ĂŒber lĂ€ngere Zeit in ihrem Hunde-Familienverband zu beobachten? Du wirst faszinierende Beobachtungen machen!

In den ersten acht Wochen haben die Welpen eine Art Narrenfreiheit. Doch dann beginnen die Ă€lteren Tiere im Rudel, die Kleinen zu erziehen. Sie setzen ihnen klare Grenzen, legen Tabus fest und setzen diese auch mit bestimmten Maßnahmen durch.

Da der Welpe aber jetzt bei dir lebt, fÀllt dir diese Aufgabe zu. Dabei hat deine absolute Konsequenz höchste PrioritÀt!

Zeige deinem Welpen die Welt. Das, was er wÀhrend seiner PrÀgephase erfahren und gelernt hat, wird nun verfeinert und erprobt. SpÀtestens jetzt beginnt die Welpenerziehung mit allen Konsequenzen.

Ein Nein ist ein Nein und kein Vielleicht oder "nĂ€chstes Mal!". Der Kontakt mit anderen gut sozialisierten Hunden ist ebenso wichtig wie die positive Begegnung mit wohlwollenden Menschen. Sorge dafĂŒr, dass dein Welpe so viele neue Situationen wie möglich kennen lernt, und zwar auf positive Art.

Mache diese Sozialisierungsphase zu eurem gemeinsamen Abenteuer und gib dem kleinen Vierbeiner immer das GefĂŒhl, dir vertrauen und sich auf dich verlassen zu können.

Wem gehört die Wohnung?

Wenn du deinem Welpen zum ersten Mal zu dir nach Hause bringst, solltest du einige wichtige Punkte beachten. Lege bitte vorher fest, wo er schlafen soll und wo er fressen darf. Behalte diese PlÀtze möglichst immer bei, um dem kleinen Vierbeiner Routine und Sicherheit zu vermitteln.

Lasse ihn in der Wohnung bitte nicht einfach auf eigene Faust losziehen und alles erkunden. Auch wenn dies niedlich und witzig ist, gibst du ihm damit ein Zeichen, das spÀter Probleme mit sich bringen kann: "Das ist dein Haus und du darfst tun, was du willst!"

Das Gegenteil ist der Fall. Das Haus bzw. die Wohnung gehört dir, und du erlaubst deinem Hund, hier mit dir zu leben. Lass ihn an der Leine und fĂŒhre ihn herum. Zeige ihm die RĂ€ume, seinen Schlafplatz, die Stelle, wo er seinen Wasser- und Futternapf findet. Gehe mit ihm in den Garten und fĂŒhre dort den Rundgang fort.

So lernt der Kleine wÀhrend der Welpenerziehung automatisch, dass dieser "Bau" dir gehört und nicht ihm.

Stubenreinheit: das A und O in der Welpenerziehung

Die wenigsten Welpen sind bereits stubenrein, wenn sie in ihr neues Zuhause kommen. Sie mĂŒssen lernen, dass sie ihre kleinen und großen GeschĂ€fte am besten draußen erledigen. Dies erreichst du, indem du in den ersten Wochen konsequent alle zwei Stunden mit deinem kleinen Vierbeiner ins Freie gehst.

Welpen mĂŒssen recht hĂ€ufig ihre GeschĂ€fte machen, denn sie können Blase und Darm noch nicht kontrollieren. Wichtige Zeitpunkte sind

  • nach dem Fressen,
  • nach dem Schlafen und
  • nach dem Spielen.

Beginnt dein Welpe im Kreis zu gehen und am Boden zu schnĂŒffeln, wird es höchste Zeit. Hebe ihn hoch und bringe ihn nach draußen zu dem Platz, wo er zukĂŒnftig sein GeschĂ€ft erledigen soll. Auch in der Nacht musst du fĂŒr ihn da sein, daher sollte er die erste Zeit in deiner NĂ€he schlafen dĂŒrfen. So bekommst du mit, wenn er hinaus muss. Du kannst dir auch einen Wecker stellen, um einem Malheur zuvorzukommen.

Eine andere Möglichkeit ist, deinen Welpen daran zu gewöhnen, nachts in einer geschlossenen Hundebox zu schlafen. Er wird sich bemerkbar machen, wenn er muss. Welpen vermeiden es instinktiv, ihren Schlafplatz zu beschmutzen.

WÀhrend der Welpenerziehung einen Löseplatz etablieren

Es ist fĂŒr deinen Welpen sehr hilfreich zu wissen, wo er seine GeschĂ€fte erledigen darf. Das kann eine Ecke in deinem Garten oder ein Feldweg hinter dem Haus sein. Wenn du merkst, dass er hinaus muss, nimmst du ihn auf den Arm und bringst ihn zu seinem Löseplatz.

Warte, bis er alles erledigt hat, und lobe ihn mit ruhiger Stimme. So weiß er, dass er alles richtig gemacht hat. Laute Jubelrufe solltest du vermeiden, denn damit kannst du deinen Welpen erschrecken und ihn dazu bringen, sein GeschĂ€ft zu unterbrechen.

Was tun beim Malheur in der Wohnung?

Sollte dein Welpe trotz allem doch einmal in die Wohnung gemacht haben, tust du am besten gar nichts. Entferne einfach kommentarlos die Spuren des Malheurs. Wenn du mit ihm schimpfst, wird dein Welpe nicht wissen, was er falsch gemacht hat. Das Malheur liegt bestimmt lĂ€nger als zwei Sekunden zurĂŒck, und der Kleine kann den Zusammenhang nicht mehr herstellen.

Aus seiner Sicht wirst du also völlig grundlos böse mit ihm. Du verunsicherst ihn damit. Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll, und euer bisher aufgebautes VertrauensverhĂ€ltnis leidet.

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Konzentration und Spaß

Bei der Welpenerziehung solltest du stets im Hinterkopf behalten, dass die kleinen Vierbeiner zwar schnell lernen, aber auch schnell die Lust verlieren. Sie sind verspielt und schnell mĂŒde und brauchen noch sehr viele Ruhephasen.

Selbst ein erwachsener Hund döst und schlĂ€ft bis zu 20 Stunden pro Tag. Eine Faustregel besagt, dass ein Hund erst ab dem Alter von zehn Monaten in der Lage ist, sich ĂŒber lĂ€ngere Zeit zu konzentrieren und am Ball zu bleiben.

Deinen Welpen solltest du also keinesfalls ĂŒberfordern. Kleine spielerische Übungseinheiten von fĂŒnf Minuten sind zu Beginn völlig ausreichend.

Extra-Tipp: Beende eine Übungsphase immer mit einem Erfolgserlebnis. Nimm dazu eine Übung, die dein Welpe bereits gut kann, und belohne ihn dafĂŒr. So geht er mit einem positiven GefĂŒhl aus der Übung heraus und hat weiterhin Lust dazu, mit dir zu arbeiten.

Die Grundkommandos in der Welpenerziehung

Die Grundkommandos bilden die solide Basis aller spĂ€teren Trainings. Soll dein Hund sich spĂ€ter einmal beim Agility vor einer HĂŒrde hinsetzen, muss er das Kommando "Sitz" beherrschen. Weitere Grundkommandos sind "Hier" oder "Komm", "Nein", "Platz" und "Fuß". Doch wie lernt ein Welpe die Grundkommandos?

In der Welpenerziehung ist eine gute Beziehung zwischen dir und deinem kleinen Vierbeiner Voraussetzung. Der Welpe muss dir vertrauen und motiviert sein, auf dich zu hören. Bringe dich in eine ruhige und ausgeglichene Stimmung und gib deinem Hund immer einen gewissen Anreiz.

Du musst spannend und interessant fĂŒr ihn sein. Klare Kommandos und eine punktgenaue Belohnung liefern dir zuverlĂ€ssige Erfolgserlebnisse Tag fĂŒr Tag.

Nicht nur in der Welpenerziehung, sondern auch wÀhrend des gesamten Hundelebens ist die positive VerstÀrkung das Mittel der Wahl. Macht dein Welpe etwas richtig, belohne ihn: mit einem Leckerchen, mit einem begeisterten, in hoher Tonlage gesprochenen "Super!" oder auch einem lustigen Spiel.

Du hast genau zwei Sekunden Zeit dafĂŒr, ihn zu belohnen. Danach kann dein Welpe den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und der Belohnung nicht mehr herstellen.

Das "Nein" in der Welpenerziehung

Jeder Hund braucht Grenzen, damit er sich innerhalb klarer Regeln wohl und sicher fĂŒhlen kann. Diese Grenzen zeigst du ihm mit viel Liebe und Geduld. Auf gelegentliche Ausnahmen verzichtest du am besten völlig. Dein Welpe kann nicht verstehen, warum er heute mit dir im Bett kuscheln darf und morgen nicht mehr.

Lege die Grenzen und Regeln fest und halte dich konsequent daran. Mit dem Hörzeichen "Nein!" kannst du deinen Welpen davon abhalten, Socken zu klauen, an Menschen hochzuspringen, PferdeÀpfel zu fressen und vieles mehr.

Wichtig: Stoppe deinen Hund bereits im Ansatz mit einem deutlichen "Nein!", also bevor er etwas tut, was er nicht tun soll.

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Das Kommando "Hier" in der Welpenerziehung

Das Kommando "Hier" oder "Komm" ist mit Abstand das wichtigste in der Welpenerziehung und gleichzeitig am schwierigsten. Du möchtest deinen Hund abrufen? Er soll sofort kehrtmachen und auf dich zulaufen? Dann gib ihm einen wirklich guten Grund dazu.

Warum soll er das lustige Spiel mit anderen Hunden unterbrechen, wenn du ihn doch nur anleinst und mit ihm nach Hause gehst? Warum soll er die viel befahrene Straße nicht ĂŒberqueren, wenn es auf der anderen Seite doch so spannend nach Hase und Reh riecht?

Mit dem RĂŒckruf verlangst du von deinem Hund sehr, sehr viel: ein Spiel abbrechen, eine FĂ€hrte aufgeben, das Buddeln stoppen... Achte beim Rufen des Kommandos darauf, dass deine Stimme lebendig und freundlich ist.

Sprichst du mit scharfer Stimme und beugst vielleicht sogar noch deinen Oberkörper vor, wird dein Welpe dies möglicherweise als bedrohlich empfinden und deinem Ruf aus Angst gar nicht mehr folgen.

Wichtig: Das Kommando "Hier!" muss sorgfĂ€ltig aufgebaut und geĂŒbt werden. Du musst deinem Welpen etwas so Spannendes bieten, dass er alles andere dafĂŒr links liegen lĂ€sst. Belohne ihn ausdrĂŒcklich dafĂŒr, dass er zu dir gelaufen kommt. Bleib ruhig und entspannt und vor allem geduldig.

Empfehlung um das Thema zu vertiefen

Das Thema Welpenerziehung ist ein weites Feld und die Erziehung deines Hundes endet natĂŒrlich nicht mit dem herauswachsen aus dem Welpenalter. Du solltest dich also mit dem Thema Hundeerziehung gut auskennen, um ein friedvolles Zusammenleben und einen liebevollen Umgang mit deinem Hund zu gewĂ€hrleisten.

Wir können dir dafĂŒr den Onlinekurs "OnlineHundetraining" wĂ€rmstens empfehlen. Schau doch mal rein: Online Hundetraining


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